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ARTIKELÜBERSICHT

Bild: Bildzitat aus Facebook / HC Strache
25.1.2013
Türkischer Verein droht LEGO mit Klage: Viel Lärm um nichts
Als Werbemaßnahme provozierte Reaktionen von HC Strache und der Medienwelt?

Bild: Bildzitat aus Facebook / HC Strache
16.12.2012
Fake-Profile: Hass-Postings auf Straches Seite sind authentisch
Die medial transportierte Theorie des FPÖ-Chefs, bestellte Fake-Profile würden ihm mit Hass-Postings schaden wollen, erweist sich als unhaltbar.

Bild: Ausschnitt auf Flickr andreas.rodler CC
5.11.2012
Hitlerizing Space-Hero Felix Baumgartner For Readership
Based on an interview Austrian newsmedia extrapolated a desire for Hitler. And everyone forgets what harm is caused to Mr. Baumgartner by this wrongful allegation.

Bild: Ausschnitt auf Flickr andreas.rodler CC
31.10.2012
Verhitlern für die Quote: Die Demontage von Felix Baumgartner
Aus einem so genannten Interview in der Kleinen Zeitung dichtete die heimische Medienlandschaft Felix Baumgartner inzwischen den Wunsch nach Hitler an. Wie es dem Menschen Baumgartner dabei geht erscheint bei diesem Stellvertreterkrieg nebensächlich geworden zu sein.

Bild: Fotomontage basierend auf Robert Kalina / GNU 1.2 und Christian Jansky / CC 3.0
23.4.2012
Hinter der Festplattenabgabe verstecken sich die Millionen
Offiziell sollen nur die Verluste aus der derzeitigen Leerkassettenvergütung kompensiert werden. Doch sieht man sich das Forderungsmodell an wird rasch klar, dass es sich um ein Vielfaches der Summen handelt, deren Entfall angeblich abzudecken ist.

Die Schweiz als Musterbeispiel für Urheberrecht und dessen Durchsetzung?
8.4.2012
Die Schweiz als Musterbeispiel für Urheberrecht und dessen Durchsetzung?
Bericht des Schweizer Bundesrates: Tauschbörsennutzung in keinem Zusammenhang mit Industrieumsätzen. Urheberrechtsänderung würde nur internationalen Großkonzernen nutzen. Und: Ausschnüffeln von IP-Adressen durch Privatfirmen ist illegal.

Auswüchse einer Monopolstellung zum Schaden der Gesellschaft
8.4.2012
Deutsche Rechteverwerter: Immer höhere Forderungen bei fraglicher Verteilungs­gerechtigkeit
Dieselben Diskussionen, dieselben Headlines zum Urheberrecht wiederholen sich alle Jahrzehnte wieder. Während die Verteilungsgerechtigkeit so aussieht, dass sich 5,2% der Berechtigten über 60% der Vergütungen ausschütten, nagt die Mehrheit der Künstler und Kreativen am Hungertuch. Ungeniert gönnen sich deutsche Verwertungsgesellschaften dennoch immer wieder einen Griff in anderer Menschen Geldtaschen.

Dokumente: Kunst hat Recht-Forderungen basieren auf IFPI-Kampagne

2.4.2012
Dokumente belegen: Kunst hat Recht-Forderungen basieren auf IFPI-Kampagne
Die Forderungen von "Kunst hat Recht" sind in weiten Strecken eine beschönigte Kopie eines Papiers, das bereits Mitte 2010 von der "Plattform geistiges Eigentum" erstellt wurde. Hinter dieser steht federführend die IFPI, einer der treibenden Kräfte hinter dem Internetkapitel von ACTA.

3.3.2012
US-Rechtsgutachten: ACTA-Vertrag wäre für Nutznießer USA nicht bindend
Am 16. Jänner 2012 reichte der polnische Abgeordnete Pawel Zalewski eine Anfrage an die EU-Kommission ein, die inhaltlich aufhorchen lässt. 'Jüngsten Meldungen zufolge sehen sich die USA nicht rechtlich an das ACTA-Abkommen gebunden, die EU jedoch schon.'
28.2.2012
Beide ACTA-Rechtsgutachten der EU verfügbar
Als Service für unsere juristisch interessierte Leserschaft bieten wir den Direktlink auf die laut EU-Parlaments-Vizepräsident Wieland angeblich geheimen EU-Dokumente an.
28.2.2012
EU-Parlaments-Vizepräsident Wieland verweigert Zugang zu ACTA-Rechtsgutachten
Internationale Beziehungen würden dadurch beeinträchtigt. Gutachten zu ACTA sollen im Grunde genommen so lange geheim bleiben, bis alle Vertragspartner zugestimmt haben.
Hat Kunst Recht?
28.2.2012
"Kunst hat Recht" Initiatorin Mercedes Echerer dementiert ACTA-Befürwortung scharf
Man wirft der Initiative vor, unter dem Deckmäntelchen "für die Rechte von Künstlern einzutreten" in Wahrheit die Interessen der finanzierenden Verwertungs­gesellschaften zu vertreten. Parallelen in den Forderungen von "Kunst hat Recht" und dem Vertragswerk von ACTA sorgen für zusätzlichen Unmut. Abmahnwahn und ACTA-Hörigkeit der deutschen Verwertungs­gesellschaften schüren das Feuer. Grund genug, den Status von Gerüchten, Vermutungen und Hörensagen zu verlassen und direkt nachzufragen, was mit der österreichischen Initiative konkret gemeint ist.

Failmanns Fail
24.2.2012
Fantasie­figur Fail­mann versucht sich an Realpolitik und erfährt Abwanderung von Freunden
Über 10.000 Kontakte zu haben, ist kein Garant dafür, diese mit themenfremden PR-Zwecken beglücken zu dürfen. Dies erfährt momentan die auch medial viel beachtete Fantasiefigur "Failmann". Viele bisherige "Freunde" kommentieren Failmanns Einstieg in die "echte Politik" enttäuscht bis zornig. Während des ersten Tages nach der Ankündigung wanderten mehr als 200 davon ab.

20.2.2012
Zen­sur­be­streb­ungen, Des­infor­ma­tions­kam­pag­nen und digi­tale Ko­lo­ni­alisier­ung
Um mehr über die Hintergründe zu ACTA zu erfahren, trafen wir uns mit einem Netzaktivisten, der auch über politische Erfahrung und Einsichten in Brüssel verfügt.

18.2.2012
Deutsche Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten fordern totale Überwachung bei Umgehung der Justiz
Wem ACTA zu schwammig ist, der erfährt aus einem Papier der GEMA, wie diese Regelung im Detail aussehen soll.

Stopp-Acta Symbolik in der Kritik
15.2.2012
ACTA-Protest: Umstrittene Symbolik von Krake und Kampfroboter
Die Symbole der Piratenpartei bei ihrem Protest gegen ACTA stehen in der Kritik. Es gäbe direkte Parallelen zu antisemitischer Bildsprache der NS-Zeit.

15.2.2012
ACTA und die "totale Internetkontrolle"?
Weshalb braucht ein Handelsvertrag, der sich vermeintlich gegen Produktfälschungen richtet, eine Neuregelung des Internetrechts?

11.2.2012
Wir brauchen ACTA, weil mich in Italien schwarze Menschen belästigt haben
Die Rede von Dr. Paul Rübig, im Artikel als Video sowie als Transkript verfügbar, führt schmerzlich vor Augen, mit welcher geistigen Eigentümlichkeit sich Österreich offensichtlich in die Verhandlungen um ACTA eingebracht hat.

11.2.2012
Rede anlässlich der Stop-ACTA-Demonstration in Linz

4.2.2012
Öffentliche Entschuldigung der slowenischen Botschafterin zu ACTA

Fake-Freunde werden wieder reaktiviert
11.12.2011
Neue Fake-Jubelpostings loben den Bundeskanzler

27.11.2011
Teure Fremdherrschaft: Finalspiel um den Euro kann Österreich Kopf und Kragen kosten

Versagt Bundeskanzler Faymanns Politik nicht nur auf Facebook?


27.11.2011
Kanzlerversagen auf Facebook: Mehr als ein Social Media Problem

F5: Finde Faymanns falsche Facebook Freunde


25.11.2011
Suchspiel F5:
Finde Faymanns falsche Facebook Freunde

Betrugsvorwürfe gegen Kanzler-Facebook-Agentur

24.11.2011
Betrugsvorwürfe gegen Kanzler-Facebook-Agentur

CHRONOLOGIE DER SKANDALE
UM DEN FACEBOOKAUFTRITT
DES BUNDESKANZLERS

5.8. Ein Bieterkonglomerat aus Dimoco, Lucy Marx und skill3d gewinnt die Ausschreibung für den multimedialen Kanzlerauftritt. Die Vergabe ist in der Werbebranche umstritten.

26.10. Bundeskanzler Werner Faymann lässt am Nationalfeiertag seinen Facebook-Auftritt und die "Kanzlerapplikation" online gehen.

8.11. Facebook-Benutzer, darunter der Autor dieses Artikels, amüsieren sich in Kommentaren über mutmaßlich plump gefälschte Accounts und deren Jubelpostings beim Facebook-Auftritt des Bundeskanzlers.

16.11. Das Magazin DATUM lässt die Bombe platzen und deckt auf: Die Accounts sind gefälscht, die Profilfotos stammen von Bildagenturen.

20.11. DerStandard recherchiert und publiziert: Die falschen Fans würden direkt aus der SP-Zentrale stammen.

21.11. Ein rasanter Fan-Zuwachs auf der bisher eher dahindümpelnden Facebook-Seite des Kanzlers fällt auf. Eine kurze Recherche ergibt: Es handelt sich um gekaufte, plumpe Fälschungen mit Fotos leichtbekleideter Damen und Herren, die eher auf ein Softporno-Milieu hindeuten würden. Das Team des BKA löscht die ca. 1000 Fake-Freunde bis in die späten Nachtstunden.

21.11. DerStandard berichtet über merkwürdige Jubel-Leserbriefe zugunsten der SPÖ an die Kronen Zeitung - von inexistenten Personen und fiktiven Wohnanschriften.

22.11. Der Fan-Zähler der Facebook Seite schnellt wieder nach oben. Ca. 2.500 gekaufte Fans von gefälschten Accounts werden hinzugezählt. Das Team des BKA löscht bis Mitternacht und entfernt nahezu 100% der Fakes in den ersten Arbeitsstunden des 23.11.

22.11. Die SPÖ-nahe Zeitung HEUTE veröffentlicht: E-Mails mit Leserbriefen stammen aus der SPÖ-Zentrale. Pikantes Detail: Die Absender und ihre Adressen wurden - stümperhaft - gefälscht.

23.11. Der Chefredakteur von HEUTE muss seinen Posten räumen. Zudem wird bekannt (derStandard berichtet), dass Krone-Kolumnist Jeannée über die Faymann-Affäre schreiben wollte. Er soll dem Herausgeber eine gewünschte Textänderung verweigert haben. Die Donnerstags-Krone erscheint ohne die Kolumne. Die Zeitung gilt als "Kanzlermacher" und fiel stets durch betont positive Berichterstattung über Kanzler Faymann auf.

23.11. Die Fake-Freundeswelle "von Unbekannt" rollt diesmal erst gegen 19:00 an. Das Team war bis Donnerstag gegen 14:00 Uhr beschäftigt, diese vollständig zu entfernen.

24.11. Wieder neue, leicht bekleidete Freunde, die Bundeskanzler Faymann ihr "gefällt mir" schenken. Die nach Angaben des BKA unerwünschten Fakes stellten sich seit etwa 20:00 ein. Bis zum 25.11. Mittag sind keine Löschversuche mehr erkenntlich.

25.11. Jeannèes Kolumne darf mit einem Tag verspätung nun doch in der Kronenzeitung erscheinen. Er greift darin SPÖ Geschäftsführerin Laura Rudas an und empfiehlt die sofortige Schließung des Facebook-Accounts.

26.11. Erstmalig seit Montag ist kein weiterer Zuwachs an Fake-Freunden zu bemerken. Das BKA-Team löscht seit den frühen Nachmittagsstunden wieder tapfer die unerwünschten Kontakte.

FACTS

Frau Mag. Angelika Feigl ist Faymanns Pressesprecherin und offiziell verantwortlich für den Facebook Auftritt. Sie ist mit Krone Innenpolitikchef Claus Pandi verheiratet.

Die Kleine Zeitung (gefolgt von anderen) publizierte, dass ihr gegenüber bisherige Kosten von 98.000 Euro für den Social Media Auftritt des Kanzlers bestätigt wurden. Laufende Betriebskosten wären ca. 2.000 Euro, das Gesamtbudget würde mittelfristig 200.000 Euro betragen.

Der Facebook-Auftritt von Bundeskanzler Faymann wird von einem neunköpfigen Team betraut, das unter der Leitung von Angelika Feigl stehen soll. Diese neun Mitarbeiter seien Angehörige des Bundespressedienstes.


E-Mail an den Herausgeber.


AKTUELLES

Betrugsvorwürfe gegen die für
Kanzler-Facebookauftritt verantwortliche Agentur

Online-Entrüstungssturm bereits seit 2005 -
es gilt die Unschuldsvermutung

von Florian Machl
24.11.2011 16:00 - Update: 28.11. 10:30

Gerne veröffentlichen wir auch die Stellungnahme der Firma DIMOCO (externer Link Link)

Seit dem Artikel vom 16. November im Magazin Datum kommen der österreichische Bundeskanzler Faymann (SPÖ) und sein Facebook-Auftritt nicht mehr aus den weitgehend negativen Schlagzeilen heraus. DerStandard recherchierte nach eigenen Angaben, falsche Freunde aus der SPÖ-Zentrale würden Jubelpostings verbreiten (externer Link Link). HEUTE berichtete von gefälschten Leserbriefen aus der SPÖ-Zentrale (externer Link Link), der Kurier legt nach (externer Link Link). Seit Montag dieser Woche wird der Kanzleraccount von tausenden gefälschten Freunden heimgesucht. Wer sie bestellt hat, weiß offiziell niemand. Doch noch ein spannendes Thema verbirgt sich hinter Österreichs momentan wohl berühmtester Facebook-Seite: Wer sind die Firmen, die den Auftritt zu verantworten haben - und warum ist das Internet voll von Betrugs-Vorwürfen gegen eine davon?

Das Magazin atmedia berichtete am 5. August darüber, dass ein Firmenkonsortium, bestehend aus dem SMS-Dienstleister DIMOCO, der Werbeagentur Lucy Marx (eine Marke von DIMOCO) und dem in der Computerspielebranche tätigen Unternehmen skill3D den Zuschlag für den Social Media Auftrag des Kanzleramts erhalten hat. Es ist nur ein kleines Kommentar von Frau Kerstin E. darunter, doch die Neugier ist geweckt: "sehr cool - die Top-Anbieter von Porno-SMS-Nummern ziehen ins Kanzleramt ein".

"aus bürgernahem Projekt
ist Faymann-Wahlwerbung geworden"


Am 9. August veröffentlichte atmedia ein Follow-up zur Auftragsvergabe: "Was sich hier abgespielt hat, war in höchstem Masse unfair und auch urheberrechtlich bedenklich. Die besten Ideen der einreichenden Agentur wurden zusammenkopiert und in eine 'neue' Ausschreibung gepackt. Aus einem ursprünglich tollen, sinnvollen weil bürgernahen Projekt ist Faymann-Wahlwerbung geworden." Über Kritik an der Auftragsvergabe berichtete auch DerStandard, wo auch erstmalig die inzwischen vielzitierte Summe von 180.000 Euro genannt wurde. Hier ist auch definiert, dass diese Summe über zwei Jahre hinweg an das Bieterkonsortium fließen soll (externer Link Link). Ohne die umstrittene Auftragsvergabe bewerten zu wollen, die offenbar inzwischen branchenüblich zu sein scheint: Der zweite Teil der Aussage erfüllte sich ab dem 26. Oktober wortwörtlich.

(C) Sebastian Karkus / mit freundlicher Genehmigung
"Willkommen im SMS-Chat" ist eines der typischen Lockangebote, die seit Jahren über Dienste von DIMOCO verschickt werden. Will man die unerwünschte SMS-Flut stoppen, kommt erst einmal eine Rechnung.
Führender Anbieter für Porno-SMS?

Was aber ist haltbar am Vorwurf, DIMOCO wäre ein führender Anbieter im Bereich von Porno-SMS? Eine kurze Internet-Recherche ergibt Erstaunliches. Der Firmenname wird auf diversen Seiten seit 2005 bis zum heutigen Tag Hand in Hand mit den Begriffen "Abzocke" und "Betrug" genannt. Harte Vorwürfe. Das Unternehmen mit Sitz in Brunn am Gebirge verfügt über vielfältige Gewerbelizenzen. Telekomunternehmen, IT-Dienstleistung, Handel mit Computern, Werbeagentur, Beratung. Und, im Kontext nicht ganz uninteresssant, als Inkassoinstitut. Vorweg: Es gilt durchgehend die Unschuldsvermutung. Die Vorwürfe gegen das Unternehmen stammen nicht vom Autor, sondern sind für jeden interessierten Leser im Internet selbst recherchierbar. Mitglieder und Betreiber von Webforen wie Computerbetrug.de, Abzocknews.de kennen die Vorwürfe gegen DIMOCO seit langen Jahren:

Sexy MMS, Flirts und Abofallen

Auf all diesen Plattformen tauchen regelmäßig inhaltlich recht ähnliche Fragen auf: Ich bekomme unerwünschte SMS / Anrufe von einer unbekannten Nummer: 'Lange nichts von dir gehört! Wie geht's denn so?'". So oder ähnlich wären die eingehenden Standardtexte gestaltet (externer Link Link). Sobald man darauf antwortet oder rückruft, werden saftige Gebühren fällig. Die Antworten der solchermaßen beglückten Handybesitzer werden provoziert, indem ihnen vorgegaukelt wird, dass es sich um ein Abonnement handelt, das man mit der Rückantwort "Stop" unterbinden kann. Diese Antwort kostet bereits 1,99 Euro, unterbindet aber gar nichts. Wenig stolz auf diese "Serviceleistung" zeigten sich auch diverse Familienväter, die in Erklärungsnotstand gerieten, als sie der zornigen Frau oder Freundin beichten sollten, wer denn die Aussicht auf "heiße Sex MMS" an sie verschickt hat.

(C) 20min.ch - Porno Alarm auf dem Handy
Das Schweizer Magazin 20 Minuten Online berichtete über Abzockfallen mit Porno-SMS. Die Spur führte zu DIMOCO. Dort spielt man den Ball an eigene Kunden weiter. (Bildzitat von 20min.ch).
Porno-Alarm auf dem Handy

So betitelte das Schweizer Magazin 20-Minuten-Online ihre Recherche zum Thema Gebührenfalle. Das Thema: Unerwünschter kostenpflichtiger Porno-Spam. Die Spur führte zu DIMOCO (externer Link Link). Ausgezeichnet aufbereitet und mit vielen Bildern garniert wurde die Vorgangsweise zum Beispiel von Sebastian K., der seinen langen Weg vom ersten Abzockversuch (externer Link Link) bis hin zur Lösung (externer Link Link) schilderte. Vorgänge dieser Art scheinen für den gesamten deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich) wohldokumentiert zu sein.

Namentliche Erwähnung
in Berichten des Konsumentenschutz


Auch die Abteilung Konsumentenschutz der Arbeiterkammer äußerte sich bereits im Jahr 2007 deutlich zu der Thematik. In Fallbeispielen wird der Name DIMOCO erwähnt (externer Link Link). In einem weiteren Bericht wird festgehalten, dass DIMOCO bei einem SMS-Dienst für ATV vom Mehrwertkunden unberechtigt den doppelten Tarif abbuchte (externer Link Link).

Wer steckt dahinter?

Bei vielen Berichten über das Unternehmen DIMOCO sammeln sich darunter schnell Benutzerkommentare, die kein gutes Haar an dem Unternehmen lassen (externer Link Link). Auf Benutzerbeschwerden soll sich DIMOCO in der Regel dahingehend äußern, dass nicht das Unternehmen selbst, sondern seine Kunden für die Vorgänge verantwortlich wären. Ein Benutzer des Antispam-Ev Forums namens "Sirius" hat versucht, dies in einem Fall nachzuvollziehen. Der Urheber des mutmaßlichen Abzock-Versuches wäre eine Firma Aldrin Ltd. gegwesen. Die Spuren des Unternehmens verlieren sich zwischen England, Malta und Deutschland, sie existiert bestenfalls als Postfach. Das Einzige, was stets zu finden war, seien Domains und Telefonnummern gewesen, die - zumindest laut Anwender "Sirius" - auf DIMOCO selbst als Eigentümer und Urheber hingewiesen hätten (externer Link Link). Weitere sicher nur bedauerlichen Einzelfälle lesen sich beispielsweise so "Auf meiner Swisscom Mobile Rechnung waren beachtliche Beträge vermerkt, welche ich nicht nachvollziehen konnte. Rechnungstext: Service anderer Anbieter. Nummer 83500. Meine Nachforschungen ergaben, dass es sich dabei um die Firma DIMOCO in Zug handelt." (externer Link Link).

Facebook-Kompetenzen

Facebook-Kompetenz soll das Unternehmen mit Applikationen bewiesen haben, die beispielsweise über ein scheinbar harmloses IQ-Quiz in eine teure Abofalle lockten (externer Link Link). Bei der hier und weiter oben erwähnten Bob Mobile soll es sich um eine Tochterfirma von DIMOCO Östereich handeln.

Vorwürfe via Google-Suche nachvollziehbar

Die lange Reihe der Vorwürfe kann von jedem Internetnutzer selbständig via Google-Suche überprüft werden. Die ersten Beschwerden dürften um das Jahr 2005 herum aufgetaucht sein, die jüngsten datieren auf Ende des laufenden Jahres 2011. Selbst wenn, wie DIMOCO stets versichert, bloß Kunden - also Drittanbieter - für die Vorgänge verantwortlich wären, stellt sich die Frage, wie dies über mindestens sechs Jahre hinweg Methode haben konnte. Ist es plausibel, dass das Unternehmen DIMOCO so lange Zeit immer wieder an problematische Kunden geraten ist, ohne dem Herr zu werden?

Der richtige Partner für das Bundeskanzleramt?

Gut, DIMOCO macht außer Telekommunikationsdienstleistungen noch viele andere spannende Dinge. Wie die Abwicklung von SMS-Votings. Die Behauptung, DIMOCO wäre für die Abwicklung des Starmania-Votings des ORF verantwortlich gewesen, erwies sich hingegen trotz mehrfachem Quellencheck als Fehlinformation. Der ORF dementiert: der Abwicklungspartner für SMS-Votings war 3united und ist gegenwärtig ATMS. Vielmehr richtig ist, dass DIMOCO innerhalb der Medienbranche für ATV, die Salzburger Nachrichten, die Verlagsgruppe News und die Mediengruppe Österreich tätig war oder ist. Ob mit oder ohne ORF - die Qualifikation im Umgang mit den neuen Medien scheint durch die Kompetenz in der Abwicklung jedenfalls umfangreich gegeben zu sein. Es muss jedoch auch die Fragestellung erlaubt sein, ob ein solchermaßen im Kreuzfeuer der Kritik stehender Betrieb der richtige Partner für ein Bundeskanzleramt ist, das mit seiner Außenwirkung stellvertretend die Interessen der österreichischen Wähler und somit Steuerzahler vertritt.

Viel Erfahrung mit Facebook-Massennachrichten

Über die SPÖ-Nähe des dritten Mitglieds des erfolgreichen Bieterkonsortiums, skill3d, könnte man gesondert diskutieren. Google erweist sich auch hier als sehr informationsfreudig. Ein im vorliegenden Fall relevantes Faktum könnte jedenfalls sein, dass zumindest dieses Unternehmen bereits große Erfahrungen mit dem massenhaften Absenden von Nachrichten auf Facebook gesammelt hat, ohne dass dazu eine klassische Benutzerinteraktion notwendig ist. Wie Horizont.at am 23. August 2011 vermeldete, realisierte das Unternehmen einen Rekord, bei dem 10.000 Maturanten über Funkchips "in vielfältigen Variationen vorbereitete Botschaften posten" konnten. Insgesamt 1 Million Statusmeldungen sollen so zustandegekommen sein, ohne dass einer der Teilnehmer jemals einen Buchstaben tippen musste (externer Link Link).

Fehl(t)en Kompetenzen in Kommunikation?

Der dazu befragte Community-Experte (z.B. als Kommunikationsleiter für die JoWooD AG), SPÖ-Mandatar in Wieselburg-Land, sowie Träger des deutschen Entwicklerpreises im Communitymanagement, Johann Ertl, sieht die Sachlage wie folgt: "Ohne die grundlegenden technischen Kompetenzen genannter Firmen anzweifeln zu wollen, fällt auf, dass keines der Unternehmen einen dezidierten Background im Sinne von Kommunikation aufweisen kann. Grundlegende Kenntnisse von Forenmoderation und -administration, Userinteraktionen, Firefighting bei durchaus konfliktträchtigen Themen sowie "Opinion Leadership" in Online Diskussionsplattformen wären möglicherweise wichtiger gewesen, als die Fähigkeit, 10.000 Messages in kürzester Zeit zu verschicken. Ein eklatanter Mangel an Erfahrung und Kompetenz im Umgang mit einem Diskussionsmedium ist beim Projekt "Kanzler-Facebook" erstaunlich peinlich zu Tage getreten, als versucht wurde, mit einer Masse an billigen Jubel-Profilen "Stimmung" zu generieren. So funktioniert aber Kommunikation und Argumentation online niemals. Der Imageschaden für das Kanzleramt und die SPÖ sind enorm. Es erscheint sinnvoll, laut darüber nachzudenken, ob das Bieterkonsortium in irgendeiner Form dafür zur Kasse gebeten werden kann."

Es gilt die Unschuldsvermutung

Der Vollständigkeit halber: Alle Vorwürfe gegen die SPÖ wurden von Sprechern, Geschäftsführung und EDV-Leitung dementiert. Ebenso wie DIMOCO über die Jahre hinweg sämtliche Vorwürfe als unzutreffend beschrieben hat, was online ebenso gut nachvollziebar ist wie die zitierten Anschuldigungen. Zudem wurden von einem Sprecher des Bundeskanzlers Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvergabe in Abrede gestellt.


Weiterführende Links

DIMOCO
externer Link DerStandard: Dimoco: Kampf um den Kanzleramts-Etat hat sich gelohnt
externer Link atmedia: Dimoco gewinnt Kanzleramt-Etat
externer Link atmedia: Gestrandete Investition Kanzleramt-Etat
externer Link DerStandard: Kanzler-Sprecher zu Social-Media-Etat: Kein Einspruch der Anbieter
externer Link Werbeplanung.at: DIMOCO ist mit Entwicklung ihrer Kreativagenturmarke Lucy Marx zufrieden

skill3D
externer Link Horizont.at: X-Jam mit Facebook Rekordleistung

Vorwürfe gegen DIMOCO (Auszug)
externer Link 20min.ch: Porno-Alarm auf dem Handy
externer Link Weblog Karkus.net: 88666 SMS-Spam
externer Link Weblog Karkus.net: Gefangen in der Dimoco-Kralle
externer Link Aufgebrachte Userkommentare zu einem Bericht von Telekom-Presse
externer Link Antispam EV: Spam über DIMOCO GmbH
externer Link KTipp.ch: Bob Mobile Abzocke mit Premium SMS
externer Link Verbraucherrechtliches.de: Bobmobile lockt bei Facebook in Vertragsfalle

Pressespiegel Facebook-Freunde-Skandal
externer Link DATUM: Faymanns falsche Freunde
externer Link DerStandard: Faymans falsche Fans kommen aus SP-Zentrale
externer Link DerStandard: Falsche Facebook Freunde können gesetzwidrig sein
externer Link Des Herrn F. falsche Freunderlwirtschaft

externer Link Fan-Invasion auf Facebook: SPÖ übt Schadensbegrenzung

Pressespiegel Leserbrief-Skandal
externer Link HEUTE: Faymanns Freunde schreiben Leserbriefe
externer Link Kurier: Heute: Chefredakteur Ainetter geht
externer Link Kurier: Hunderte gefälschte eMails aus der SPÖ-Zentrale
externer Link DiePresse: Gefälschte Leserbriefe zugunsten der SPÖ: Partei prüft
externer Link DerStandard: Ein Kanzler auf der Suche nach Freunden - Faceman Faymann und das Wurminger-Syndrom

externer Link Kurier: Leserbrief-Affäre: Druck auf Kanzler

Mag. Angelika Feigl
externer Link DiePresse: Erst die Enten dann die Krone - Angelika Feigl steht ungewollt einmal mehr in der Öffentlichkeit

Weitere relevante Links
externer Link DIMOCO
externer Link Lucy Marx
externer Link Skill 3D
externer Link Bundeskanzler Werner Faymann auf Facebook
externer Link BKA schlüsselt Kosten auf
externer Link Stellungnahme von skill3d

Gerne veröffentlichen wir auch die Stellungnahme der Firma DIMOCO (externer Link Link)